Der Papierkram vor der ersten Etappe
Wer sein eigenes Fahrzeug nach Mexiko bringt, braucht das Temporary Import Permit, kurz TIP, und zwar bevor die Fähre oder der Grenzübertritt endgültig passiert ist. Beantragt wird es digital bei Banjercito, der Bank des Militärs, die die Einfuhr abwickelt; die Kaution richtet sich nach dem Fahrzeugwert und wird bei korrekter Ausreise innerhalb der Frist erstattet. Das klingt bürokratisch und ist es auch. Rechnen Sie mit Wartezeit, Kopien und einem Stempel, der am Ende zählt.
Die Frist ist keine Formalie: Wer das Fahrzeug länger als erlaubt im Land lässt, verliert die Kaution und riskiert eine Sperre für künftige Einreisen. Halten Sie Fahrzeugpapiere, Reisepass, Führerschein und den Ausdruck des Permisos in einer Mappe bereit, die Sie bei jeder Kontrolle sofort zeigen können. An der Grenze zu Kalifornien oder an den Fährhäfen von Baja California wird genauer geschaut als auf einer Landstraße im Landesinneren. Und: Das TIP gilt nicht für Mietwagen, die regelt der Vermieter.
Mieten, kaufen oder mitbringen
Die Entscheidung fällt selten am Schreibtisch, sondern nach einem Blick auf die eigenen Pläne. Wer vier Wochen durch Baja rollt, mietet meist günstiger und ohne Papierkrieg. Wer ein halbes Jahr oder länger bleibt, für den kann der Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs mit mexikanischer Zulassung sinnvoll sein – vorausgesetzt, man versteht, dass Ausländer dabei an rechtliche Grenzen stoßen. Die dritte Variante ist die teuerste: das eigene Fahrzeug per Containerschiff nach Veracruz oder Ensenada zu verschiffen.
Wo man tatsächlich steht
Offizielle Campingplätze sind in Mexiko dünn gesät und oft einfach: ein eingezäuntes Stück Erde, ein Wasserhahn, manchmal Duschen, selten Strom. Das ist kein Mangel, sondern die Realität – und wer sie akzeptiert, findet ruhige Nächte. Wildes Übernachten am Strand ist verlockend und rechtlich Grauzone; an manchen Küstenabschnitten wird es geduldet, an anderen kontrolliert. Fragen Sie immer beim Grundstückseigentümer oder in der nächsten Ortschaft.
Sicherheit ist weniger eine Frage der Gegend als der Gewohnheit. Ankommen bei Tageslicht, nicht protzen, Nachbarn grüßen, kein Nachtfahren auf unbekannten Straßen – das sind keine Ängste, sondern Regeln, die erfahrene Reisende teilen. In Baja sind die Wintermonate von Wohnmobilen aus Nordamerika geprägt, in Yucatán sind es kürzere Aufenthalte zwischen Cenoten und Ruinen. Wer an einem Ort bleiben will, fragt in einem der Ranchos oder bei der Gemeindeverwaltung nach einer Erlaubnis.
Zwei Routen, zwei Rhythmen
Baja California ist die klassische Camper-Halbinsel: eine lange Straße, viele Buchten, wenig Verkehr. Yucatán dagegen ist kurz, flach und voller Ziele, die nah beieinanderliegen. Beide funktionieren im Winter, aber sie verlangen unterschiedliche Planung – die eine nach Distanz, die andere nach Tagesetappen. Die Fähre zwischen La Paz und Mazatlán oder Topolobampo verbindet beide Welten; buchen Sie früh, besonders mit Fahrzeug.
Was Camper immer fragen
Bevor die Route steht, kommen die praktischen Fragen. Die häufigsten betreffen Kosten, Sicherheit und die beste Reisezeit, und sie tauchen in fast jedem Gespräch an der Fähre oder auf dem Campingplatz auf. Hier die ehrlichen Antworten, ohne Beschönigung – denn wer mit falschen Erwartungen anreist, ist am Ende enttäuscht. Wer realistisch plant, wird dagegen belohnt.